Wirtschaft Macht Zukunft

Regelmäßig für ein Blog zu schreiben ist schwierig.Es ist für mich vor allem deshalb schwierig, weil ich jeden Tag so viele neue Dinge entdecke, dass es mir schwer fällt, zu fokussieren und zu entscheiden: das ist ein Thema.

Ich habe mal eine kurze Zeit in der Medienbranche gearbeitet. Diese Erfahrung ist der Grund, warum ich heute, ein Masterstudium später, als Ingenieur für erneuerbare Energien arbeite.

 

Die Arbeit bei einer populärwissenschaftlichen Fernsehsendung in München hat fast immer Spaß gemacht. Bis darauf, dass man natürlich trotzdem immer zwischen Neun und Zehn da sein muss, und bis 18 Uhr bleiben soll.

 

Wenn ich ganz ehrlich sein soll, hatte ich dort im Grunde keine Arbeit mit den Dingen, die ich dort getan habe. Ich habe in der Redaktionskonferenz nerdige Themenvorschläge gemacht, die mich sowieso interessiert haben, und ansonsten habe ich überall mitgemacht und habe dafür auch die Möglichkeit gehabt, schnell viele eigene Projekte anzugehen. Für ein halbes Jahr habe ich dort sehr viele Erfahrungen machen können. Wer kann schon von sich behaupten, eine Flöte aus einer Möhre gebaut zu haben, die es dann bis zu einem TV-Auftritt geschafft hat??

 

Aber ich habe in diesem halben Jahr eins gemerkt: Fernsehen ist zu 95 % Unterhaltung, und davon zu einem großen Teil nicht immer sehr geschmackvoll. Dabei war die Wissenschaftssendung sicher schon etwas besseres, aber ich habe auch gemerkt: die Medienbranche ist ein Haifischbecken, und ich wusste damals nicht, ob ich ein Hai sein will.

 

Ich war mir eher ziemlich sicher, dass ich keiner sein wollte.

 

Jetzt mache ich beruflich etwas völlig anderes, und das ist gut so. Ein Thema lässt mich aber nicht los, und das hat auch mit meinem jetzigen beruflichen Fokus nichts zu tun. Im Grunde ist es das Thema Volkswirtschaft, und wie sie aufgebaut ist.

 

Dazu möchte ich euch allen erstmal dieses Video ans Herz legen! Es erklärt die Zusammenhänge wirklich sehr sehr gut. Eine gut investierte halbe Stunde. Auch wer jetzt sagt: "Das interessiert mich nicht", der klicke kurz mal auf play, denn das Video ist so gut, es wird dich so oder so packen! ;-) 

Bin gespannt, wer es geschaut hat :D


Vielleicht habt ihr mitbekommen, das kürzlich eine Studie von Oxfam, einer britischen NGO erschienen ist, die sich mit dem Thema Einkommens- und Vermögensungleichheit weltweit beschäftigt. 


Deutschland ist ein Land, im dem Einkommen und Vermögen mit am unfairsten verteilt sind.

Deutschland ist das fünftreichste Land der Welt


Und, wie viel spürt ihr davon?


Klar haben wir gute Gesundheitsversorgung.

Klar haben wir Straßen, Schulen, Universitäten, ein Renten- und ein soziales Absicherungssystem.


Aber unser Alltag wird geprägt von Hiobsbotschaften:

Altersarmut, Hartz-4, Pisa, Fachkräftemangel, Flüchtlinge, verfallende Infrastruktur, Wirtschaftskrisen ...


Und immer heißt es: die Reichen konnten sogar in der Krise Gewinn machen.

Und die restlichen Menschen haben durchschnittlich wieder etwas weniger als vorher.


Wie krass ungleich Einkommen und Vermögen verteilt sind, das zeigt dieses schöne Video.

Diese Leute haben das Video gemacht.

 

Auf der Webseite steht: "poverty is created". Das ist ein wichtiger Satz.

Denn was wir in unserem täglichen Stress und unseren täglichen Sorgen vergessen ist, dass wir das System gestalten, in dem wir daran teilnehmen.

 

Die Macht von uns, den Konsumenten und Wählern, ist extrem groß.

Und das in einem so reichen Land wie Deutschland Kinder in Armut und Menschen auf der Straße leben müssen, ist eigentlich einfach nur eine Peinlichkeit.

 

Und das Politiker von der CDU nur Schuldentilgung mit Steuerüberschüssen vorhaben, statt in Infrastruktur und Bildung zu investieren, ist eigentlich eine Frechheit.

Trotzdem gewinnen diese Parteien Wahlen.

 

Im Video ganz oben wird es gezeigt:

Wenn die Schulden irgendwann so hoch sind, dass die Wirtschaft nicht mehr richtig läuft, dann wird zu erst gespart. Das passiert jetzt grade. 

Dann werden Schulden umstrukturiert und dann, wenn der Protest aus der Bevölkerung laut genug ist, wird auch Geld von Oben nach Unten umverteilt. Vorher nicht.

 

Wir kommen wieder an den Punkt. Die Frage ist wann, und wie viel wir dafür leiden müssen.

 

Das Video oben sieht aber den Kapitalismus grundsätzlich als einzige mögliche Wirtschaftsordnung an. Dabei ist auch der nicht "Gottgegeben." Habt ihr euch schon mal gefragt, was Adam Smiths "unsichtbare Hand des Marktes" ist? Das ist doch nichts anderes als Esoterik. Trotzdem bauen wir unsere Weltordnung darauf auf, und hoffen schließlich, dass schon alles gut gehen wird.

 

Wer findet, dass der Kapitalismus ein verbrechen ist, der kann sich mal hier umschauen.

 

Kreiert wurde die Seite vom Haus Bartleby e.V., einer Seite für Karriereverweigerer.

Was soll das sein?

Naja, wer hat eigentlich festgelegt, dass man nach dem man "groß" ist, erstmal vierzig Jahre arbeiten muss? Wäre es nicht schöner, wenn man sich mit Freunden und Familie treffen und eine gute Zeit haben könnte? Das ist schon einer sehr rhetorische Frage.

 

Klar, man mag einwenden, dass sich das eben einfacher organisieren lässt, und das halt jeder irgendwas tun muss, denn wenn sich jeder langweilt dann ...

Ja...was dann?

 

Würdet ihr euch wirklich langweilen, wenn ihr nichts tun müsstet?

 

Ich fände es jedenfalls echt gut, wenn ich ehrlich bin. Ich würde mich garantiert nicht so schnell langweilen. Und ich würde auch nicht jeden Tag rumhocken und nichts tun. Was ich tun würde, ist mehr von dem, was ich sowieso schon tue. Aber mit der Zeit die ich brauche und eben nicht mit den Sorgen, es in die Tat umsetzen zu müssen. Dazu in den kommenden Tagen mehr.

 

Was ich momentan jedenfalls täglich feststelle ist, das zum Thema "Leben und Arbeiten, Heute und in Zukunft" richtig viel abgeht! Aber richtig viel! Einige Links aus diesem Text weisen ja auch darauf hin. Ich will in den nächsten Tagen noch mehr dazu schreiben und posten und verlinken, damit sich das viele Wissen und die tausend Ideen, die es schon gibt, weiterverbreiten, und wir gemeinsam an dieser besseren Welt basteln können.

 

Am Anfang ist der Gedanke. 

Gedanken erschaffen Realität. 

 

Zum Abschluss, vielleicht als nette Tradition, noch ein Gedicht.


Menschheit

Lustig


Gedankenvoll


Ernsthaft

Liebestoll


sprachlich geschickt

gerade, geknickt

aufrechter Blick


Nach vorn,

hoffnungsschwer

lachend leicht

entworr'n


Gut unterhalten

nicht abgelenkt

animiert zu gestalten

nicht eingeengt

mutig ermunternd

nicht gedrängt


freudvoll gemeint

lasst sein

in Liebe

vereint

 

 

 

 

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Kommentare: 13
  • #1

    Ju (Mittwoch, 06 April 2016 22:46)

    Sehr schön. Danke für den Artikel

  • #2

    Robert (Samstag, 07 Mai 2016 19:17)

    Viele Grüsse aus Nakhon Pathom. Komm mal vorbei.

  • #3

    Maria (Sonntag, 08 Mai 2016 00:15)

    Wir könnten einfach mal aufhören an Freitagen einzukaufen, ins Kino zu gehen, zu tanken, ...
    keinen Euro ausgeben und statt dessen mit Freunden im Garten spielen, Reste essen oder Eingemachtes, ...

  • #4

    Konrad (Sonntag, 08 Mai 2016 13:05)

    Hey ihr Lieben,

    danke für die Kommentare! :)
    Deine Ideen finde ich sehr gut und hilfreich, Maria. Sollte man viel öfter machen. Und darin liegt ein sehr guter Weg, einfach mal durch "nichts tun" was zu ändern.

    LG
    Konrad

  • #5

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