Entwicklung, Persönlichkeit & Die Revolution

Wer unglücklich und nicht zufrieden ist, der muss nur an sich arbeiten, seine Leidenschaft finden, dann wird schon alles werden. Oder?

Im Grunde trifft diese Ansicht auch auf meine Überzeugung zu:

ich glaube wirklich, dass wir zu viel mehr im Stande sind, als uns durch unsere Erziehung, durch gesellschaftliche Konventionen und die vorgegebene Struktur unserer Leben offensichtlich ermöglicht wird.

 

Wir können uns bewusst der Karriere verweigern, können Teilzeit arbeiten und lernen, mit weniger Geld auszukommen, können unseren Konsum und unsere Ernährung verändern.

Mit anderen Worten: wir können uns anpassen, verbiegen.

 

Diesen Zustand beschreibt Laurie Penny bei zeit-online als "eine Welt, deren grausame Logik es will, dass du keine strukturellen Probleme siehst, sondern nur Probleme bei dir selbst".

 

Und da ist was dran.

Think positive, Ernähre dich gesund, Lebe nachhaltiger, Mach Sport, Finde heraus was du wirklich willst (und bezahle am besten noch dafür) ...

 

All das sind Phrasen, Stichworte, die wir haufenweise hören, und die uns alle sagen: du hast es in der Hand, du kannst es verändern - Sie sagen aber auch:

Das Problem, das bist du.

 

Dabei ist vielleicht diese ganze Anpassung und Entwicklung der Persönlichkeit der letzte Ausweg, das letzte bisschen Spielraum, was bleibt, um wenigstens ein Gefühlchen von Macht, von Anteilnahme, von Einfluss auf das uns umgebende System namens Leben zu haben.

 

"Deine Einstellung zu ändern, wird keine strukturelle Ungerechtigkeit oder ein gescheitertes, unnachhaltiges Wirtschaftssystem verändern, das nur den Eliten dieser Welt dient und den Rest ausbeutet, vor allem die Arbeiterklassen und Armen. Ich meine, dass positives Denken dein Leben ruinieren wird. 'Denk positiv' ist der Vorgänger von 'Wird schon', doch die bittere Realität ist: Es wird nur viel, viel schlimmer für unsere Schwächsten."- Chloe King, opendemocracy.net

 

Klar, wir können das vielleicht lernen, noch früher aufzustehen, mehr Sport zu machen, mehr Smoothies zu trinken usw. Aber nicht jeder kann das. Nicht jeder will das - selbst wenn er es kann und es tut.

 

Wobei ein solches Anpassungsverhalten hilft ist, "das System" am Leben zu erhalten.

Bewusst Leben ist auf gar keinen Fall schlecht. Aber es ist nicht genug. Es ist etwas, dass wir alle - für uns - tun können, wenn uns danach ist. Viel wichtiger ist, uns damit zu beschäftigen, wie wir leben wollen.

 

Und dabei nicht zu vergessen, dass "das System" der Zustand ist, den wir, jeder von uns, jeden Tag durch unser Leben manifestieren, nicht irgendein Resultat eines geheimen Plans irgendeiner Elite.

 

Hier kommt der Knackpunkt:

Wir haben fast alles in der Hand!

Wir können unser Denken ändern, und damit unsere Realität beeinflussen.

 

Die Umgebung, in die wir hineingeboren werden, in der wir aufwachsen, begrenzt unser denken und fühlen, doch wir können und durch Persönlichkeitsentwicklung erweitern.

 

Aber hier darf es nicht aufhören.

 

Nach der Revolution im Inneren folgt die Revolution im Außen.

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