Die veränderte Welt

Was ist der Unterschied zwischen Verschwörungstheorie und "lautem Nachdenken"? Was sind die Grundfesten unserer Gesellschaft, und wird diese für immer fortbestehen? Ist das Ende der Geschichte eingetreten, oder steht das Ende des Kapitalismus bevor?

Ein paar spätabendliche Feierabendsgedanken.

 

Ich habe grade das Buch "Daemon" von Daniel Suarez ausgelesen. Flashig und empfehlenswert.

Während ich also grade in der Küche einen Salat zubereitete den ich jetzt vor Aufregung in 5 Minuten runtergeschlungen habe gingen mir folgende Fragen durch den Kopf, die ganz explizit auch durch das Buch aufgeworfen wurden:

 

 - für wen arbeiten unsere Regierungen?

 - welcher ist der höchste Wert in unseren Gesellschaften?

 

Wenn ich nach der Lektüre dieses Buches und mit dem mir heute zur Verfügung stehenden Wissen darüber nachdenke dann kommt mir folgendes durch den Kopf:

 

Man kann diese Fragen aus einer Zukunfts- und aus einer Vergangenheitsperspektive beantworten.

Die Vergangenheitsperspektive ist, dass unsere Regierungen für die Gesellschaft arbeiten, und der höchste Wert das menschliche Leben ist.

 

Die Zukunftsperspektive ist, dass die Regierung das gesellschaftliche Leben im Interesse der Kapital- und Ressourcenbesitzer verwalten, und das der höchste Wert unserer Gesellschaft der Schutz der Interessen der Reichen und Mächtigen ist.

 

Diesen zweiten Ansatz möchte ich weiter verfolgen, weil ich glaube, dass er näher an der Wahrheit liegt. Lobbyisten gehen in allen Parlamenten auf der Welt ein uns aus. Sie vertreten vollkommen offiziell die Interessen von Konzernen, und Konzerne sind die mächtigsten Ressourcen- und Kapitalbesitzer, die es gibt.

 

Regierungen richten sich nach dem was gut für die Wirtschaft ist, die Medien weltweit unterstützen diese Linie. Es ist einfach Fakt das die Zusammenarbeit mit Mördern politisch opportun sein kann, wenn diese für das Kapital nützlich sind.

 

Unter dem Anstrich von "Demokratie" und "westlichen Werten" liefern sich unsere Regierungen in unserem Namen größere Schlammschlachten als vermeintliche "Schurkenstaaten".

Hauptsache die Kohle stimmt, dann kriegt auch noch jeder Despot unsere Panzer.

 

Die Frage, die ich der Gesellschaft stelle: was hat die so geschaffene Welt den Millionen von Menschen, die nicht reich geboren sind, zu bieten? Sie zu Verwertungsmasse für ein kapitalistisches System zu machen, dass in Quartalsabschnitten denkt und für das Shareholder-Value das Nonplusultra sind?

 

Konzerne sind in Deutschland ja "juristische Personen", mit einem fiesen Unterschied zu Menschen: sie können nicht sterben.

Und innerhalb von Konzernen muss immer alles wachsen, und Boni kriegt man nur, wenn die Jahresabschlüsse besser sind als die Vorjahresabschlüsse und die Quartale besser als die Vor-Quartale.

 

Muss man 1 und 1 zusammen zählen? Das ist ein Karussel, was sich immer schneller drehen muss. Jedes System hat eine Sollbruchstelle.